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Pastor in der Türkei wird mit dem Tod bedroht


SAMSUN. Der Pastor der evangelischen Agape-Gemeinde in der türkischen Großstadt Samsun am Schwarzen Meer, Orhan Picaklar, sieht sich Todesdrohungen ausgesetzt.

Der Rat der Evangelischen Kirchen in der Türkei habe ihn telefonisch informiert, daß eine militante Gruppe seine Ermordung plane, schreibt der Pastor in einem Gebetsaufruf an die Europäische Baptistische Föderation (EBF) in Prag. Mitte April hatten unbekannte Täter in Samsun zwei Polizisten erschossen.

Mittwoch, 28.04.2010

Atatürk-Statue von Samsun: Todesdrohungen ausgesetzt 
Später hatte sich die kriminelle Arbeiterpartei Kurdistans PKK zu dem Anschlag bekannt. Wie die Behörden erfuhren, wolle die Gruppe nun auch einen Pfarrer töten, um die Regierung zu destabilisieren.

Früherer Anschlag gescheitert

Seit der Ermordung von drei türkischen Christen im osttürkischen Malatya im April 2007 steht Picaklar unter Polizeischutz. Auch sein Leibwächter habe ihm bestätigt, daß er über die Mordpläne informiert worden sei. In dem Schreiben an die EBF erinnert Picaklar daran, daß bereits in der Vergangenheit ein Mordanschlag auf ihn geplant worden war. Der Anschlag war gescheitert. Der Täter, ein junger Mann, sei verhaftet und verurteilt worden.

Um die Agape-Gemeinde gab es seit ihrer Gründung im Jahr 2003 immer wieder Auseinandersetzungen. Die Scheiben des Gemeindehauses seien wiederholt eingeworfen und Hinweisschilder beschädigt worden, so Picaklar. Er erhalte Drohungen per E-Mail.

Pastor war früher Moslem
Die Gottesdienste zählen etwa 45 Besucher. In der Region Samsun mit seinen rund elf Millionen Einwohnern sei die Agape-Gemeinde die einzige evangelische Gemeinde. Daneben gibt es noch zwei katholische Pfarreien.

Picaklar war früher Moslem und wurde durch die Lektüre des Johannes-Evangeliums Christ. Die Schrift war ihm zugeschickt worden, nachdem er auf ein entsprechendes Angebot in einer Zeitungsanzeige reagiert hatte. (ru/idea)

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