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Pakistan: Selbstmordattentäter reißt Dutzende in den Tod

Lahore - Ein Selbstmordattentäter hat sich nahe der pakistanischen Stadt Lahore an der Grenze zu Indien in einer Menschenmenge in die Luft gesprengt. Mindestens 55 Menschen sind ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder. Tausende hatten sich am Ort des Attentats versammelt, um einer allabendlichen Fahnen-Zeremonie beizuwohnen.

Bei dem Selbstmordattentäter soll es sich laut Polizei um einen Jugendlichen gehandelt haben, der einen Sprengsatz am Körper trug. Die Polizei erklärte, der Attentäter habe einen Zeitpunkt genutzt, zu dem die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Militärparade nicht ganz so streng waren.

Wer für den Anschlag vom Sonntag verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Mindestens drei militante Gruppierungen bekannten sich zu dem Attentat. Von der radikalislamischen Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan hatten sich in jüngster Zeit mehrere Gruppen abgespalten.

Auch die sunnitische Jamaat-ul-Ahrar, eine Gruppierung der pakistanischen Taliban mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, bekannte sich zu dem Attentat. Damit sei Vergeltung für das Vorgehen der pakistanischen Armee gegen die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan geübt worden, sagte ein hochrangiger Kommandeur der radikalen Islamisten. Die Taliban haben in Pakistan in der Provinz Nordwaziristan nahe Afghanistan ihre Hochburg. Gleichzeitig kündigte er neue Anschläge an.

Das Attentat ereignete sich trotz einer erhöhten Sicherheitsstufe in Pakistan, wo derzeit der schiitische Trauermonat Muharram begangen wird. Unter den Toten sollen mindestens zwei Beamte der Grenztruppe Rangers sein, die auch Polizeiaufgaben wahrnimmt.

Nach dem Anschlag verlautete aus Sicherheitskreisen, auf der indischen Seite im dortigen Bundesstaat Punjab sei die Lage ruhig. Der indische Regierungschef Narenda Modi verurteilte das "schockierende" Attentat. Es handle sich um einen "feigen terroristischen Akt", schrieb er beiTwitter. Die indischen Behörden verschärften nach dem Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze.



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