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Osnabrück: “Islam Mosque” im Marienhospital

Das Allah Marienhospital (MHO) in Osnabrück wollte sich nicht lumpen lassen, als vor einem Jahr Vertreter der muslimischen Gemeinden mit dem bescheidenen Wunsch an die Klinikleitung herantraten, man möge doch dort bitte einen Gebetsraum für fromme MuslimInnen einrichten. Für gut 6000 Euro gestaltete das Krankenhaus ehrerbietig die Gebetsstätte, der ein Patientenzimmer weichen musste, ganz nach den Wünschen der neuen Herrschaft aus dem Orient. Mit Versen aus dem Koran (Sure 9 Vers 5, Sure 8, Vers 55, Sure 8, Vers 60?) weihte Imam Kemal Salihovic von der bosnisch-muslimischen Gemeinde den kleinen Gebetsplatz jetzt überglücklich ein.

Vorgelagert ist ein Bereich zur Ablage der Schuhe und zur rituellen Reinigung. Frauen und Männer können den neuen Gebetsplatz zusammen nutzen. Er steht grundsätzlich auch Menschen anderen Glaubens offen. Bedingung: Sie müssen den Gebetsraum sauber betreten und die Gefühle anderer respektieren. Der katholische Seelsorger des MHO, Gerd Robben, zeigte sich überzeugt, „dass neben der christlichen Kapelle auch von dem neuen Gebetsraum eine positive Wirkung ins Haus und in die Herzen der Menschen hinein wirkt.“

Als einen „Mehrwert bei der Genesung“ bezeichnete Gökhan Güzel die Gebetsmöglichkeit. „Erst wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind und sich positive Energien freisetzen, kann eine schnellere Entspannung und Regeneration des Körpers stattfinden“, meinte der Vertreter und Koordinator der muslimischen Gemeinden Osnabrücks. Güzel bedankte sich bei allen, die an der Entstehung beteiligt waren.

Für den Krankenhausverbund der Niels-Stensen-Kliniken ist es bereits die zweite Möglichkeit für Muslime, ihre religiösen Pflichtrituale zu praktizieren. Im Christlichen Klinikum Melle richtete man bereits vor geraumer Zeit einen Raum für betende Moslems ein, denn das ist gut fürs Geschäft.

Früher gabs in Krankenhäusern mal Raucherzimmer für lustige Zigarettenfanatiker, heute gibt es Gebetsräume für sittsame Religionsfanatiker. So ändern sich die Zeiten, und wem das nicht passt, der soll sich in der Türkei behandeln lassen und im dortigen Krankenhaus einen Gebetsraum für Christen fordern!



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